Freitag, 10.02.2012 Fehlt was?

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Interview mit den Kafkas

Interview mit den Kafkas

Beim Deichbrand Festival 2010 haben wir Markus von den Kafkas zu einem kurzen Interview getroffen.

Die Kafkas sind seit 1995 aktiv und hatten seitdem zahlreiche Auftritte in ganz Deutschland.
Trotz der Uhrzeit schafften sie es, die Fans bei guter Laune zu halten und einen gelungenen Auftritt hinzulegen.

Interview

Nach dem Auftritt trafen wir Markus "Gabi" Kafka und führten ein kurzes Gespräch über die ersten Schritte, Bandkonzepte und Tierschutz.
Folgend findet ihr es in Audio- und in Textform:

Podcast

Ich befinde mich hier beim Deichbrand Festival in Cuxhaven und ich spreche nun mit...
...Markus, und unsere Band heißt „Kafkas“ und ich mache quasi alle Kafkas mit.

Meine erste Frage wäre: Wie ist eure Band eigentlich entstanden?
Wir hatten das große Glück, oder Pech, das ist Auslegungssache, sehr ländlich aufzuwachsen und da gab es nur ein paar Möglichkeiten: entweder Feuerwehr, Fußballverein oder die Außenseiterposition - also Musiker.
Und wenn man dann die Außenseiterposition übernommen hat und Musik macht, sollte die für die breite Gesellschaft eher komisch klingen (lacht).
Fußball hatte ich vorher schon einmal gespielt, doch nach Jahren der Reservebank hatte ich mir gesagt: „Ich muss mich unbedingt noch mal verändern!“, habe mit Fußball aufgehört und ein Freund, der drei Jahre älter war als ich, sagte, „Los, komm in die Feuerwehr“ - was ich dann auch für zwei Jahre tat – wir hatten einmal einen bronzefarbenen Feuerwehradler oder so etwas gewonnen, und damit hatte ich dann quasi auch alles erreicht, was ich bei der Feuerwehr erreichen wollte und sagte mir: „Jetzt mache ich Musik.“
Wir hatten einen Proberaum bei unseren Eltern und die waren in den ersten Jahren sehr oft verzweifelt… und unsere Nachbarn waren auch nicht so von unserer Musik begeistert…
So fing das alles ungefähr an.

Eure Songs sind ja oftmals politisch kritisierend..

So negativ sind die gar nicht gemeint.
Wir versuchen schon, die Musik als Plattform zu nutzen, um auch Themen, die gesellschaftlich nicht so sehr anerkannt sind, eine Plattform zu geben.
Bild 1 - Kafkas & Dennis

Mit dem Video zu „Klatscht in die Hände“ ist es ja auch schon oft vorgekommen, dass die Nachricht, die dieses Video überliefern soll, ganz falsch verstanden wird?
Ja, das stimmt, dass doch einige Leute den Song falsch interpretiert haben. „Klatscht in die Hände“ wurde schon in alle Richtungen gedeutet, das Video insbesondere. Ein Höhepunkt war, dass wir angeblich „den Kommunismus schlecht machen wollen“. Das sind dann so Sachen, wo ich gesagt habe: aha, okay – wenn man das Video so interpretieren möchte – das war aber natürlich nicht unsere Intention.
Wir haben nicht Nordkorea ausgewählt, weil wir sagen „das ist ein ganz böser Staat“, sondern es ging eigentlich in erster Linie, darum, dass das Bildmaterial aus Nordkorea nicht urheberrechtlich geschützt ist.
Die Bilder, sind unserer Meinung nach halt echt sauwitzig und das hat einfach zur Musik gut gepasst. Wir wollten aber keinesfalls ein spezielles Land diskreditieren oder schlechtmachen. Nur hätten wir z.B. anstatt dieser Bilder, welche von Frau Merkel genommen, hätte es halt rechtlichen Ärger geben können – das war eigentlich der Hauptgrund.

Ihr unterstützt ja auch Tierschutzorganisationen, was relativ unüblich für die Musikbranche ist. Wie seid ihr dazu gekommen?
Es ist auch nicht unbedingt förderlich. (lacht) Wenn du dich für Tiere einsetzt, verkaufst du eine CD mehr und neun weniger. Man macht sich als Band damit auch nicht überall Freunde…
Erst vor circa einem Monat hatten wir Leute auf einem Konzert, die damit ein riesiges Problem hatten. Wir wurden auf der Bühne mit Gemüseteilen beworfen – es hat nicht unbedingt nur Vorteile.
Doch wie wir dazu gekommen sind... wenn eure Zuschauer und Leser bitte mal in einer Suchmaschine „Earthlings“ eingeben und sich dieses Video mal anschauen, dann versteht man wahrscheinlich sehr schnell, wieso wir das tun. Es ist schwer oder unmöglich, das mit Worten zu erklären, als wenn man die Bilder dazu sieht, was wir ganz alltäglich so genannten „Nutztieren“ antun. Die meisten Leute, wollen es sich natürlich nicht angucken, weil es keine angenehmen Bilder sind, aber es ist denke ich ein wichtiger Schritt, dies zu tun, eben weil das die bittere Realität ist, die man hier zu sehen bekommt. Bei mir war es auch so, dass ich mich durch solch eine Dokumentation von einem Tag auf den anderen zu einer fleischfreien Ernährung entschieden habe. Ich kannte natürlich zuvor auch schon Leute, die sich vegetarisch ernährt hatten und mir von ihren Gründen erzählt hatten, doch das berührte mich nicht in dieser Weise, wie die Bilder, die ich in den Dokumentationen zu sehen bekam.

Meine letzte Frage: Eure Bandnicknamen – ihr tragt ja als Zweitnamen jeweils den Vornamen eurer Mutter. Haben die in eurer Bandgeschichte einen besonderen Einfluss auf euch gehabt?
Ja, doch, auf jeden Fall.
Ohne meine Mutter könnte ich momentan viele Dinge nicht machen und auch in der Vergangenheit nicht tun.
Als wir uns in der Band die Mütternamen zulegten, stießen wir damit in den Familien nicht unbedingt auf Begeisterung (lacht) – meine Mutter war auch nicht sonderlich begeistert – aber mittlerweile haben wir ein gutes Verhältnis. Sie hat mich auf alle Fälle immer sehr unterstützt, und sie ist von ihrer Denkweise schon....“cool“, könnte man sagen. Ich bin schon ein bisschen stolz auf meine Mutter…

Wie sehen eure Zukunftspläne aus, habt ihr da schon was fest eingeplant?
Ich finde es als Band immer sehr schwierig, wenn man so ein Konzept entwirft und dann sagt: jetzt machen wir das, dann nächstes Jahr Rock am Ring und im nächsten Jahr dann die Weltherrschaft... (grinst).
So haben wir nie gearbeitet. Wir machen eigentlich immer nur das, wozu wir Lust haben. Das klingt jetzt vielleicht etwas kitschig und sentimental (lacht).

Ihr lasst also alles so auf euch zukommen...
Ja, ich denke, man kann solche Sachen nicht voraussehen. Uns ist es wichtig, dass wir hinter den Sachen stehen, die wir tun. Wir wollen keine Konzept-Alben machen, nur um ein bestimmtes Publikum anzusprechen. Es darf nicht der Spaß an der Sache verloren gehen. Ich habe schon so viele Bands kennengelernt, die ganz konkrete Pläne entwerfen, usw. - das ist aber alles Bullshit, finde ich.
Ich glaube, die meisten Menschen merken schon, was echt ist und was nicht echt an einer Band ist.
Es ist uns wichtig, dass man das macht, woran man selber glaubt und was man selber gut findet.

Das war's dann jetzt eigentlich auch schon. Habt ihr noch abschließende Worte an unsere Zuhörer und Leser?
Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, mit uns zu reden und wünschen euch alles Gute!

Vielen Dank!
 

 

Musikvideo 

Termine und Weiteres

Kommende Auftritte:

  • 06.08.2010 - Resist to Exist-Festival (Berlin)
  • 07.08.2010 - Hof Butenland Festival (Butjadingen)
  • weitere Termine

Internet: http://www.sklavenautomat.de
MySpace: http://www.myspace.com/diekafkas

Eine exklusive Version des Songs "Hell oder dunkel" sowie weitere Backgroundinformationen und ein Gewinnspiel findet ihr beim Magazin Motor.de

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Kategorien

Musik  Interview 

Infos

Autor: DennisB

Event Infos

Deichbrand Festival 2010


(Klick drauf zum Vergrößern!)

Datum: Sonntag, 18.07.2010
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